In Alberto Giacomettis Atelier

Im Grand Hotel in Cabourg lag in der Empfangshalle die New York Times auf. Ich hätte sie nicht geöffnet, wäre nicht auf der ersten Seite der Name Alberto Giacometti gestanden. So habe ich von der Ausstellung im renovierten Jugendstilgebäude an der Pariser Rue Victor Schoelcher oben beim Friedhof Montparnasse erfahren. Man habe da auch Giacomettis Atelier nachgebildet, hieß es im Artikel. Ich fragte mich, wozu dies gut sein sollte. Auch ein Museum kann die Zerstörungen durch die Zeit nicht aufhalten.

Sicht auf Giacomettis Atelier

Weiterlesen

Dichterin und Rockrebellin

Das alte Städtchen Saint-Florent liegt an einer hellen Bucht im Nordwesten von Korsika.
Dort fand ich im Presseladen die französische Ausgabe der Zeitschrift Rolling Stone. Und darin ein Interview mit Patti Smith. Ich stelle sie locker neben Marcel Proust. Ein schickes Paar, nicht? Die Rockrebellin mit dem harten New-Jersey-Slang und der überfeinerte und hochgebildete Pariser Literat. Das Sonnenlicht flutete auf den Platz herab. Ich ging hinüber ins Café mit den wuchtigen Platanen, setzte mich an einen Tisch und bestellte einen schwarzen Kaffee.
„Jeux de Miroir“ heißt der Titel des Interviews, „das Spiegelspiel“, das Paola Genone mit Patti Smith geführt hat. M Train, ein weiterer Band Erinnerungen, kurz zuvor erschienen, war der Anlass dafür. Es ist ein weiträumiges Gespräch, voll eigensinniger Gedanken, das mich in eine aufrührerisch-träumerische Stimmung versetzte.  Weiterlesen