Ein Haustürprediger

Es war ein heißer, sonniger Tag. Ich saß auf der Steintreppe. Der alte Birnbaum auf dem Vorplatz spendete Schatten. Ich saß immer auf der Steintreppe, wenn das Wetter es erlaubte. Die Treppe gehörte zu einem Bauernhaus. Es war baufällig, schief und ausgedörrt und stand oberhalb einer stark befahrenen Landstraße, versteckt hinter Bäumen und hohen Büschen. Ein befreundetes Paar hatte mich gefragt, ob ich zu Haus, Garten und Katze schauen würde. Sie waren für ein paar Wochen in die Dordogne gereist. Oberhalb des Gartens fingen die Felder mit Mais und Getreide an. Neben mir auf der Treppe lag ein Stapel Bücher. Aber ich mochte nicht lesen. Ich beobachtete das Ehepaar, das auf der anderen Seite des Feldweges einen Schrebergarten besaß. Die zwei alten Menschen bewegten sich ganz langsam unter dem grünen Kunststoffdach, das an der Nordseite des Gartenhauses befestigt war. Am Morgen werkelten sie im Garten, aber am Nachmittag ging nichts mehr.

Ein Mann und ein Knabe kamen den Weg zum Haus herauf. Der Mann hatte wie ein Geschäftsmann eine schwarze Ledermappe unter dem Arm. Der Knabe war ungefähr zwölf Jahre alt. Weiterlesen